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theologische_begruendung

"Und siehe, es war sehr gut"

Gottes Bilanz seines Schaffens: sehr gut. Er hat größtes Vertrauen in uns Menschen, wenn er uns seine Schöpfung überlässt, damit wir sie bewahren und bebauen. Nicht vergiften, ausrotten, ausnutzen, in Gefahr bringen - nein: bewahren. Zu dieser Schöpfung gehören nicht nur Landschaften und Tiere, frische Luft und sauberes Wasser. Auch der Mensch ist Teil seiner Schöpfung - in friedvollen, heilen Beziehungen. Der menschengemachte Klimawandel zerstört natürliche Lebensgrundlagen von Tieren und Menschen und verschärft Armut und deren Folgen weltweit. In der EKD-Denkschrift „Umkehr zu Leben“ von 2009 heißt es:

„Wir bekennen, dass wir mit dem in den Industriestaaten vorherrschenden Lebensstil und einem allein auf Wirtschaftswachstum setzenden Wirtschaftssystem dieser Verantwortung gegenüber Gottes Schöpfung nicht gerecht geworden sind. Unser Lebensstil und unsere Wirtschaftsweise tragen dazu bei, dass die Ressourcen der Schöpfung in unverantwortlicher Weise ausgebeutet und Menschen ihrer Lebensgrundlagen und ihrer Lebenschancen beraubt werden. Damit machen wir uns schuldig vor Gott, seiner Schöpfung und unseren Mitmenschen.“

Patriarch Batholomäus, der so auch in der Enzyclica „Laudato si“ von Papst Franziskus zitiert wird, hat es so formuliert:

„Dass Menschen die biologische Vielfalt in der göttlichen Schöpfung zerstören; dass Menschen die Unversehrtheit der Erde zerstören, indem sie Klimawandel verursachen, indem sie die Erde von ihren natürlichen Wäldern entblößen oder ihre Feuchtgebiete zerstören; dass Menschen anderen Menschen Schaden zufügen und sie krank machen, indem sie die Gewässer der Erde, ihren Boden und ihre Luft mit giftigen Substanzen verschmutzen – all das sind Sünden.“ (zit. nach Laudato si', 2015, S.8)

Die Verbundenheit aller Geschöpfe zu einer „universalen Familie“ bewege „uns zu einem heiligen, liebevollen und demütigen Respekt“, so Franziskus. Gläubige und Nichtgläubige seien sich heute einig, „dass die Erde im Wesentlichen ein gemeinsames Erbe ist, dessen Früchte allen zugutekommen müssen. Für die Gläubigen verwandelt sich das in eine Frage der Treue gegenüber dem Schöpfer, denn Gott hat die Welt für alle erschaffen. Folglich muss der gesamte ökologische Ansatz eine soziale Perspektive einbeziehen, welche die Grundrechte derer berücksichtigt, die am meisten übergangen werden.„ (Laudato si', 2015, S. 93)

Nachhaltigkeit ist eine christliche Handlungsmaxime: Der Auftrag der Schöpfungsbewahrung und das Gebot der Nächstenliebe sind deren Prinzipien. Wir Christ*innen können im Vertrauen auf diese Kraft und dem Wissen, dass eine andere Welt möglich ist, Schritte der Veränderung wagen und uns aus unseren alten Denk- und Lebensmustern befreien.

„Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.“ (2. Timotheus 1,7)

Übrigens: die ACK ruft jedes Jahr auf, im Zeitraum vom 1. September bis 4. Oktober den Schöpfungsstag in den Gemeinden zu feiern. Im Mittelpunkt stehen das Lob des Schöpfers, die eigene Umkehr angesichts der Zerstörung der Schöpfung und konkrete Schritte zu ihrem Schutz. http://www.oekumene-ack.de/themen/glaubenspraxis/oekumenischer-tag-der-schoepfung/2017/

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theologische_begruendung.txt · Zuletzt geändert: 2017/02/10 13:16 von admin